Michelberg-Gymnasium Geislingen/Steige

Hierbei soll ein Energiekonzept mit innovativer synergetischer Bündelung sowohl energiereduzierender als auch energieeintragender Technologien aus den Bereichen Solarthermie, Geothermie, Aerothermie und Aquathermie umgesetzt und die Gebäudeanlage zum Plusenergie-Standard um- und ausgebaut werden. Mittels dieser Maßnahmen kann ein immenser Eintrag erneuerbarer Wärmeenergie generiert werden, der den Heizwärmebedarf des Gymnasiums zu 100% deckt und auch noch zur teilweisen Beheizung benachbarter Gebäude, z.B. der Sporthalle genutzt werden kann. Dadurch wird der CO2-Ausstoß der Anlage um jährlich 140 Tonnen reduziert und ein wesentlicher Beitrag zur Energiewende geleistet.Die Schulanlage des Michelberg-Gymnasiums in Geislingen/Steige wurde in der ersten Schulbaureformwelle Mitte der 1970er Jahre als Schul- und Sportzentrum errichtet. Vorausgegangen war hier ein bundesoffener Architektenwettbewerb, der das Architekturbüro Höfler/Kandel/Krebs aus Stuttgart für sich entscheiden konnte. Nach dreijähriger Planungs- und Bauzeit wurde die Schulanlage 1977 fertiggestellt. In den kommenden Jahren soll nach beinahe 40 jähriger Nutzung das Gebäude generalsaniert werden.

Die angewandten energieoptimierenden Maßnahmen sollen gleichzeitig auch alle sanierungsbedürftigen baulichen Subsysteme (Außenhülle, Dächer, etc.) ertüchtigen und in einen Neubauzustand versetzen. Da hierfür nicht die Substanz bis auf den Rohbau zurückgebaut wird, kann die Sanierung bei laufendem Schulbetrieb geschehen.

Durch die vorgeschlagenen energieoptimierenden Maßnahmen (Vergrößerung der Deckenlichtöffnungen, Schließung eines offenen Innenhofes, einer thermoaktivierten Außenfassade, einer Umstellung auf Flächenstrahlungsheizung) entstehen flexiblere Raumbereiche bei gleichzeitiger Erhöhung des Nutzerkomforts (thermische Behaglichkeit, natürliche Belichtung, natürliche Be- und Entlüftung). Gleichzeitig konnte ein Nutzflächenzuwachs von über 15% generiert werden, der ohne neu zu erstellende Erweiterungsbauten für neue Unterrichtskonzepte verwendet werden kann.

Ein wesentliches Augenmerk wurde bei der Entwicklung des Energiekonzeptes auch auf Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen gelegt. Mittels dynamischer Amortisationsrechenverfahren wurden die Erstellungskosten und die zu erwartenden Energiekosteneinsparungen derart optimiert, dass eine möglichst schnelle Refinanzierbarkeit des Projektes gewährleistet wird. Dadurch kann die energetische und bauliche Sanierung des Michelberg-Gymnasiums mit bedeutend weniger Kosten zu realisiert werden als bei vergleichbaren Pilotprojekten.

Die Umsetzung des Projektes wird durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert.

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